Streitschule-Basisseminar
In einem zweitägigen (Wochenend-)Streitschulseminar entwickeln Sie Ihre Konfliktkompetenz und bauen eine faire Streitkultur auf.
( Wahlweise können Sie auch Einzel- oder Paarseminare buchen. )
Neben theoretischen Inputs üben Sie in vielen Rollenspielen Handlungsmöglichkeiten und Verhaltensweisen für Konfliktsituationen.

In der Streitschule lernen Sie:
- Konflikte zu erkennen und zu akzeptieren
- durch genaues Zuhören und gezielte Fragen ein offenes und positives Gespräch zu führen
- eigenen Interessen, Meinungen und Bedürfnisse klar darzustellen und zu vertreten
- die Andersartigkeit des Gegenübers zu akzeptieren, ohne die eigene Sichtweise aufzugeben zu müssen
- eine Sichtweise zu ändern, wenn etwas überzeugend ist
- heikle Themen anzusprechen
- eine vorwurfsfreie, lösungsorientierte und für alle Beteiligten gewinnbringende Kommunikation und Verständigung
- es zu akzeptieren, dass es Konflikte gibt, die zwar zu klären, aber nicht zu lösen sind
- Konflikte nicht nur als Krise, sondern auch als Chance zu sehen

Praxistipps
Die Zehn Gebote des Fairen Streitens
- Du sollst nicht überrumpeln! Zum Streiten gehören immer zwei - und wenn einer Seite gerade überhaupt nicht nach einer Auseinandersetzung zu Mute ist, darf sie das getrost bekannt geben und einen anderen Termin vorschlagen.
- Du sollst Dein Recht auf Auszeiten nutzen! Wem es im Eifer des Disputs zu eng oder zu brenzlig wird, der darf sich zu Zwecken der Beruhigung oder inneren Klärung kurzfristig zurückziehen.
- Du sollst gewinnen wollen! Bei einem fairen Streit gibt es nicht Sieger und Besiegten, sondern zwei Gewinner: Wer siegen will, kann nicht fair streiten.
- Du sollst herausfinden, was los ist! Der erste Schritt heißt "Selbstklärung". Was ist geschehen? Welche Gefühle löst das bei mir aus? Was denke ich darüber? Was brauche ich? Wie hätte ich es gern?
- Du sollst nur von Dir selber sprechen! Wer über seine eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche spricht, kann seine persönliche Welt erklären, ohne den Anderen zu verletzen.
- Du sollst nicht angreifen und nie wieder "immer" sagen! Unterstellungen, Beleidigungen, Belehrungen, Vorwürfe, Pauschalisierungen, Verallgemeinerungen und Schimpfen sind verboten.
- Du sollst zuhören! Unterbrechen gilt nicht. Dies ist die Gelegenheit, etwas über die Sichtweise der Gegenseite zu erfahren. Nachfragen ist erlaubt, Ausfragen nicht.
- Du sollst nicht hetzen! Es geht darum, einander Zeit zu lassen und wirklich zu hören, was beide zu sagen haben. Vorschnelle Lösungen halten meist nicht, was sie versprechen.
- Du sollst den Anderen anders sein lassen! Jeder hat das Recht auf sein ganz eigenes Denken, Wollen, Fühlen und Handeln. Keiner hat das Recht, den Anderen ändern zu wollen, nur weil er anders ist.
- Du sollst lösungswillig sein! Wer eine faire Lösung anstrebt, muss auf gleicher Ebene mit dem Anderen verhandeln. Wer braucht wie viel von was, wann wozu?
(aus: - Streiten will gelernt sein - Die kleine Schule der fairen Kommunikation
Ein Buch von Simone Pöhlmann und Angela Roethe )
"Die Natur hat uns nur einen Mund, aber zwei Ohren gegeben, was darauf hindeutet, dass wir weniger sprechen und mehr zuhören sollten." ( Zenon)
Übungen zum aktiven Zuhören
Das mit dem Zuhören ist so eine Sache: Nur weil wir dem anderen gegenüber sitzen und das, was er oder sie sagt akustisch hören, hören wir noch lange nicht richtig zu. Richtiges Zuhören beinhaltet vor allem, dass wir versuchen zu verstehen, was unser Gegenüber sagt.
Übung
1. Setzen Sie sich gegenüber – Setzen Sie sich einmal gegenüber, so dass Sie miteinander Blickkontakt halten können. Dann stellen Sie sich einen Wecker auf in 10 Minuten.
2. Der eine sagt, zwei bis drei kurze Sätze – Nun beginnt einer von Ihnen etwas zu sagen. Es ist gar nicht so wichtig, was Sie sagen. Es geht nur darum, überhaupt etwas zu sagen. Reden Sie über das Wetter, über Ihren neuen Mantel oder über den Hund. Beschränken Sie sich zu Beginn auf einen längeren oder zwei bis drei kurze Sätze.
3. Der andere wiederholt den Inhalt des Gesagten – Die Aufgabe des anderen ist es nun, genau das zu wiederholen, was der erste zuvor gesagt hat. Dabei geht es nicht darum, jedes Wort zu wiederholen, sondern mit den eigenen Worten den Sinn so genau zu beschreiben, wie möglich. Dabei beginnen Sie mit dem Satz: "Du sagst, dass ..." oder "Du meinst, dass ...".
Es ist tatsächlich nicht so leicht, aktiv zuzuhören
Bei dieser kleinen Übung werden Sie merken, wie schwierig es sein kann, genau das zu wiederholen, was Sie gerade gehört haben. Je komplizierter und umfangreicher das Gesagte ist, desto schwieriger wird es. Derjenige der zuerst gesprochen hat, kann nicken, wenn er sich richtig wiederholt sieht oder aber das Gesagte nochmals sagen, falls es falsch wiederholt wurde.
Tauschen Sie sich hinterher kurz aus
In jedem Fall sollten Sie nach der Übung kurz darüber reden, wie Sie jeweils diese Übung empfunden haben. Aber seien Sie ein bisschen behutsam: Wenn wir spüren, dass unser Partner uns nicht richtig zuhört oder uns missversteht, können wir ziemlich wütend werden. Versuchen Sie das Ganze wirklich als eine Übung zu sehen und vermeiden Sie es zu streiten.
Besser keine heiklen Themen für diese Übung
Wählen Sie bitte für diese Übung keine "heiklen" Themen. Also sagen Sie bitte nicht bei dieser Übung all das, was Sie Ihrem Partner immer schon sagen wollten und vermeiden Sie bitte auch Vorwürfe, Angriffe oder Kritik. Es geht hier wirklich nur darum, das aktive Zuhören zu üben – mehr nicht.
Es geht beim Aktiven Zuhören nicht darum, Recht oder Unrecht zu haben
Es ist manchmal sehr hilfreich, für den Anfang eine neutrale Person dabei zu haben, die als unbeteiligter Dritter die Wiederholungen objektiv überprüfen kann.
Bitte beachten Sie, dass es beim aktiven Zuhören nicht darum geht, Recht zu haben. Das Entscheidende hierbei ist, dass Sie gegenseitig überprüfen, wie gut Sie einander zuhören und wie gut Sie einander verstehen. Also verbeißen Sie sich bitte nicht in einzelne Sätze, um darüber stundenlang zu diskutieren. Darum geht es nicht. Im Zweifelsfall hat bei dieser Übung immer derjenige Recht, der den Ursprungssatz geäußert hat. Es ist die Aufgabe des Zuhörenden, sich bei dieser Übung so auf den anderen einzustellen, dass dieser seine Worte richtig wiedergegeben sieht.
(aus „zeitzuleben.de“ © Tania Konnerth & Ralf Senftleben)
... aktuelle Termine erfragen Sie bitte telefonisch unter 06196 9504508